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Der Beweis: „Weltneuheit“ von Akzo Nobel ist längst bekannt!


Ein kleines Youtube-Filmchen ist aufgetaucht: Es untermauert den Verdacht, dass das lautstarke Getöse von Akzo Nobel um das Gerät „Paint Perform Air“ eher billiger Reklame-Rummel ist. Denn das Video beweist: Die angebliche „Innovation“ des Weltkonzerns ist längst bekannt! Sie wurde als „Weltneuheit“ bereits 2018 der Öffentlichkeit präsentiert, ausgerechnet von Tiemo Sehon und Michael Teschke…

Akzo Nobel Deutschland spaltet die Lack-Branche: Auf der einen Seite stehen jene Vertriebsmitarbeiter, die seit Wochen versuchen, zahlungswillige Käufer für das Gerät „Paint Perform Air“ zu finden. Das hatte der Weltkonzern Ende letzten Jahres vorgestellt – angeblich als eine „Innovation, die alles verändern wird“.

Auf der anderen Seite stehen all die gut Informierten, die wissen, dass es sich bei dem Gerät keineswegs um eine Neuheit handelt. Auch die behauptete „einzigartige Technologie“ in dem Gerät ist nicht ohnegleichen, ganz im Gegenteil:

Das Original stammt aus der schwäbischen Ideenschmiede Ensutec Products GmbH und ist seit Jahren auf dem Markt. Die Ensutec-Geräte „Airmatic Zerstäubungsoptimierung“ und „Airmatic Revolution“ haben sich in der Praxis bestens bewährt, weshalb Akzo Nobel sie vor einem Jahr unbedingt exklusiv vertreiben wollte. Doch kurz vor Vertragsunterzeichnung grätschte Tiemo Sehon dazwischen: Der Lackkabinen-Hersteller hielt beide Hände auf und wollte auf die Schnelle abkassieren. Und es geschah etwas äußerst Merkwürdiges: Die Akzo Nobel-Manager nickten zustimmend, stellten sich auf Sehons Seite…

Sie hatten jedoch die Rechnung ohne Thomas Mayer gemacht: Der Ensutec-Chef vermutete ein abgekartetes Spiel und weigerte sich, Sehons Forderungen zu erfüllen. Daraufhin brachen die Akzo Nobel-Manager die Verhandlungen mit ihm ab und stellten Monate später mit großem Tamtam ein eigenes Gerät vor, eben den „Paint Perform Air“.

Jetzt mal abgesehen davon, dass im Vorgehen der Akzo Nobel-Manager ein grober Verstoß gegen den konzerninternen Verhaltenskodex vermutet werden muss: Etliche Fachleute urteilen inzwischen, dass das neue Gerät wie eine schlechte Airmatic-Kopie anmute. 

Über all das haben wir auf dieser Webseite berichtet. Wir haben auch geschrieben, dass die Präsentation des „Paint Perform Air“ Ende letzten Jahres in Frankfurt als „Weltpremiere“ dargestellt wurde.

Daraufhin meldeten sich zwei Lackierer unabhängig voneinander bei uns: Eine Weltpremiere soll das gewesen sein? Sie lachten nur: Das sei doch alles alter Kaffee! Der Tiemo Sehon habe doch bereits vor zwei Jahren schon ein ähnliches Gerät als „Weltneuheit“ gefeiert!

Tiemo Sehon & die Weltneuheit: „Was bringt uns die Zukunft?“

Es hat ein bisschen gedauert, bis wir diese Aussagen verifizieren konnten. Als Entschuldigung können wir vortragen, dass interessierte Kreise bemüht zu sein scheinen, Informationen vor uns zu verbergen: Im Internet beispielsweise wurden in letzter Zeit jede Menge Daten zu diesem Thema gelöscht.


AkzoNobel Paint PerformAir

Bis vor kurzem konnte Tiemo Sehon auf seiner Firmen-Webseite die Ensutec-Geräte nicht laut genug loben. Inzwischen hat er alle Informationen darüber gelöscht – also fast alle: Ein Foto des Geräts „Airmatic Zerstäubungsoptimierung“ (von Sehon „Aircommander“ genannt“) ist noch auf den Sehon-Webseiten zu finden (oben). Im Text zum Foto schreibt er von „intelligenter Druckluft-Aufbereitung für noch bessere Lackergebnisse. Mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit beim Lackieren“. Der Link hinter dem Foto wurde allerdings gelöscht, angezeigt wird eine Fehlerseite (unten).
AkzoNobel Paint PerformAir

Aber wir haben weiterrecherchiert. Sind fündig geworden und können jetzt festhalten:

Die echte Weltneuheit wurde tatsächlich schon vor zwei Jahren präsentiert! Sie kam allerdings nicht aus dem Hause Akzo Nobel, und sie hieß auch nicht „Paint Perform Air“:

Damals wurde die „Airmatic Revolution“ der Firma Ensutec Products GmbH aus dem baden-württembergischen Altheim erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Gerät, in dem zum Patent angemeldete Technik arbeitet, stellte Sehon bei der „Automechanika 2018″ auf seinem Messestand vor. Er hatte das Gerät in „SE Applikationmanager“ umbenannt. Das ist so seine Art: Er wollte damit wohl glauben machen, das Gerät sei in seinem Unternehmen entwickelt worden. Die Kunden hat’s nicht weiter gestört, sie bekamen schließlich das Original: Beim „SE Applikationmanager“ handelt es sich nachweislich um das Gerät „Airmatic Revolution“ von Ensutec, halt nur mit einem Sehon-Aufkleber.

In den Tiefen des Internets fanden wir jetzt ein kleines Video von dieser „Automechanika“. Es zeigt, wie Tiemo Sehon dem staunenden Publikum voll Stolz die „Airmatic Revolution“ vorführte. Und dabei konnte er gar nicht laut genug betonen:

Ja, es handelt sich um eine WELTNEUHEIT!

„Was bringt uns die Zukunft?“, fragte Tiemo Sehon vor laufender Kamera. Die etwas theatralische Selbstinszenierung gehört zu den speziellen Eigenarten dieses Mannes; seine Frage war natürlich nur rhetorisch gemeint, die Antwort gab er sich umgehend selbst:

„Neben dem Blumenstrauss an Produktportfolio haben wir im Prinzip eine Weltneuheit im Paket: Wir stellen hier den neuen Applikationmanager vor, der im Prinzip in der Applikation über ein Additiv eine Beschleunigung der Lacktrocknung hervorruft.“


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Bei Minute 1:23 beginnt die entscheidende Szene: Tiemo Sehon feiert bei der Automechanika 2018 das Ensutec-Gerät „Airmatic Revolution“ (er nennt es „Applikationmanager“) als zukunftsweisend und – so wörtlich – „Weltneuheit“.

Da haben wir’s: Eine WELTNEUHEIT! Von Tiemo Sehon höchstpersönlich schon 2018 präsentiert und gefeiert!

Entwickler und Hersteller: die Ensutec Products GmbH!

Die Sehon-Einordnung des Airmatic-Geräts wurde wenig später in der Fachzeitschrift „Auto & Wirtschaft“ wiederholt. Die Redaktion versuchte sogar noch eine Steigerung, schrieb von einer „absoluten Weltneuheit“. Im Bericht heißt es:

„Die brandneue und innovative Technologie bringt bereits beim Lackiervorgang das gewünschte Additiv über die Druckluft in die Zerstäubung ein. Dadurch wird der Reaktionsprozess des Lackes sofort beim Versprühen aktiviert. Die Folge davon sind kürzere Reaktionszeiten und dadurch deutlich weniger Energieaufwand im Trocknungsprozess.“



Etwas ausführlicher können wir die Lobpreisung des Ensutec-Geräts noch heute in einer Sehon-Pressemitteilung lesen. Wir entdeckten sie auf der Homepage von Michael Teschke, der mit einer kleinen Werbeagentur für die Firma Sehon arbeitet. Nur am Rande: Dieser Teschke hat vor wenigen Monaten mit tatkräftiger Unterstützung von Tiemo Sehon eine eigene Lackgeräte-Firma gegründet. Copps GmbH heißt sie. Erste Informationen veröffentlichten wir hier; inzwischen liegen Belege vor, dass die Copps GmbH beim „Paint Perform Air“ mitmischt, Details dazu folgen in Kürze auf dieser Webseite.

Damals schrieb Michael Teschke im Auftrag von Sehon über das Ensutec-Gerät: 

„Die Weltneuheit SE-Applikationmanager (Anm. d.Red.: gemeint war natürlich „Airmatic Revolution“) ist ein echter Mehrwert-Bringer für jeden Lackierbetrieb, egal ob Industrie oder Handwerk. Die Anlage ist für die Applikation mit unterschiedlichsten Additiven ausgelegt. Das zum Patent angemeldete Verfahren ermöglicht bereits bei der Applikation die Reaktion / Härtung herbeizuführen. Testreihen mit führenden Lackherstellern haben ergeben, dass sich durch den SE-Applikationmanager (korrekt: „Airmatic Revolution“, Anm. d. Red) die Härtungszeiten um bis zu 50 Prozent reduzieren. Und das ohne klimatisch bedingte Veränderung der atmosphärischen Luft. Für den Einsatz dieser Innovation ist kein Umbau der bestehenden Anlagentechnologie notwendig. Auch muss sich der Lackierer in seiner gewohnten Arbeitsweise nicht umstellen.“ 

Viel Lob aus berufenem Munde – für die Geräte von Ensutec. Der „Paint Perform Air“ hingegen ist längst zu einer hochnotpeinlichen Angelegenheit für Akzo Nobel geworden:

Denn wenn Tiemo Sehon das Original – das Ensutec-Gerät „Airmatic Revolution“ – bereits 2018 als „Weltneuheit“ vorgestellt hat: Warum ließ Akzo Nobel die Präsentation des „Paint Perform Air“ jetzt unwidersprochen erneut als „Weltpremiere“ feiern?

In diesem Punkt ist sich inzwischen die Lack-Branche, wenigstens größtenteils, einig: Man versteht’s einfach nicht!

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